Immobilienwissen & Marktanalysen · Frankfurt & Hessen

Kaufnebenkosten in Hessen 2026: Was kommt beim Immobilienkauf dazu?

Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch und Maklerprovision verständlich erklärt – mit einer realistischen Orientierungsrechnung für Frankfurt und das Rhein-Main-Gebiet.

Heitz Immobilien24. September 2026Lesedauer: ca. 8 Minuten

Die kurze Antwort

Planen Sie zusätzlich zum Kaufpreis grob 7,5 bis 11,5 Prozent ein.

Beim Kauf einer Wohnimmobilie in Frankfurt kommen zur Kaufsumme weitere Kosten hinzu. In Hessen beträgt die Grunderwerbsteuer 6 Prozent. Für Notar und Grundbuch ist eine Orientierungsgröße von etwa 1,5 bis 2 Prozent sinnvoll. Eine mögliche Käuferprovision kommt je nach Auftrag und Vereinbarung hinzu. Die tatsächliche Rechnung hängt vom konkreten Kaufvertrag ab.

Wer eine Eigentumswohnung, ein Haus oder ein Grundstück im Rhein-Main-Gebiet kaufen möchte, sollte nicht nur den Angebotspreis betrachten. Die Kaufnebenkosten werden häufig aus Eigenmitteln bezahlt und können die Finanzierung spürbar beeinflussen. Besonders wichtig ist, die einzelnen Positionen getrennt zu prüfen: Manche sind gesetzlich oder vertraglich gut bestimmbar, andere hängen vom Objekt und der Vereinbarung ab.

Welche Kaufnebenkosten in Hessen typischerweise entstehen

01

Grunderwerbsteuer

In Hessen fallen aktuell 6 Prozent des steuerpflichtigen Kaufpreises an. Die Steuer wird einmalig beim Erwerb fällig und ist nicht mit der jährlichen Grundsteuer zu verwechseln.

02

Notar und Grundbuch

Der Kaufvertrag wird notariell beurkundet. Hinzu kommen unter anderem Gebühren für die Eigentumsumschreibung und die Eintragung der Grundschuld. Die Gebühren richten sich nach gesetzlichen Tabellen.

03

Maklerprovision

Eine Käuferprovision entsteht nur, wenn sie für den konkreten Auftrag vereinbart ist. Höhe, Aufteilung und Leistungsumfang sollten vor der Beauftragung verständlich dokumentiert sein.

Beispielrechnung: Eigentumswohnung für 650.000 Euro in Frankfurt

Die folgende Rechnung ist eine klar gekennzeichnete Orientierung für eine selbstgenutzte Wohnimmobilie. Sie ersetzt weder eine individuelle Finanzierungsrechnung noch die konkrete Kostenaufstellung des Notariats.

Kaufpreis650.000 €
Grunderwerbsteuer · 6 %39.000 €
Notar und Grundbuch · orientierend 1,5–2 %9.750–13.000 €
Mögliche Käuferprovision · Beispiel 3,57 %23.205 €
Kaufnebenkosten insgesamt · mit Beispielprovision71.955–75.205 €

Ohne Käuferprovision läge diese Orientierungsrechnung bei etwa 48.750 bis 52.000 Euro beziehungsweise rund 7,5 bis 8 Prozent des Kaufpreises. Mit der Beispielprovision wären es rund 11,1 bis 11,6 Prozent. Die Provision ist dabei kein allgemeiner Pflichtsatz: Entscheidend sind Objektart, Auftrag und die wirksam getroffene Vereinbarung.

Grunderwerbsteuer in Hessen: Was Käufer wissen sollten

Die Grunderwerbsteuer wird auf die steuerpflichtige Gegenleistung erhoben. Bei einem Kaufpreis von 650.000 Euro ergibt die einfache Orientierung 650.000 × 0,06 = 39.000 Euro. Ob einzelne mitverkaufte Bestandteile steuerlich anders zu behandeln sind, sollte bei Unsicherheit vor der Beurkundung mit dem Notariat oder einer steuerlichen Beratung geklärt werden.

Die Grunderwerbsteuer ist von der Grundsteuer zu unterscheiden. Die Grunderwerbsteuer gehört zu den einmaligen Erwerbsnebenkosten; die Grundsteuer ist eine laufende Abgabe für den Grundbesitz. Für den Eigentumsübergang sind außerdem die Zahlungs- und Eintragungsschritte aus dem notariellen Vertrag maßgeblich.

Notar, Grundbuch und Grundschuld

Der Notar beurkundet den Kaufvertrag und begleitet die rechtliche Abwicklung. Im Grundbuch werden unter anderem die Auflassungsvormerkung und später der Eigentumswechsel eingetragen. Wenn der Kauf finanziert wird, kommen regelmäßig Kosten für die Eintragung der Grundschuld hinzu. Deshalb lässt sich der genaue Betrag nicht allein aus einer pauschalen Prozentzahl ableiten.

Für die Finanzierungsplanung ist es trotzdem sinnvoll, zunächst einen Korridor zu reservieren und die konkrete Kostenaufstellung anschließend mit dem Notariat und dem finanzierenden Institut abzugleichen. Änderungen am Kaufvertrag, zusätzliche Rechte oder besondere Gestaltungen können die Gebühren verändern.

Maklerprovision: Wann sie anfällt und was vereinbart werden muss

Eine Maklerprovision hängt vom konkreten Maklervertrag und der Objektart ab. Bei Einfamilienhäusern und Eigentumswohnungen im Verbrauchergeschäft gelten besondere Regeln für die Verteilung der Maklerkosten. Die Käuferseite darf nicht stärker belastet werden als die Verkäuferseite. Bei Gewerbeobjekten, Grundstücken, Mehrfamilienhäusern oder besonderen Investorenmandaten können andere Rahmenbedingungen gelten.

Prüfen Sie vor einer Kaufentscheidung, ob eine Provision anfällt, wie sie berechnet wird und welche Leistungen damit verbunden sind. Zur Einordnung der Maklerkosten in Frankfurt finden Sie weitere Informationen im Ratgeber zu Maklerkosten und Provision.

So planen Sie die Kaufnebenkosten realistisch

  1. Kaufpreis und Nebenkosten trennen: Rechnen Sie nicht nur mit der monatlichen Darlehensrate, sondern halten Sie Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch und mögliche Provision separat fest.
  2. Eigenmittel prüfen: Klären Sie, welche Nebenkosten aus Rücklagen bezahlt werden können, ohne einen ausreichenden Puffer für Umzug, Instandhaltung und unerwartete Ausgaben aufzugeben.
  3. Objektart und Vertrag berücksichtigen: Für Wohnimmobilien, Grundstücke und Gewerbeobjekte können unterschiedliche Kosten- und Provisionsregeln gelten.
  4. Vor der Beurkundung nachfragen: Lassen Sie sich die voraussichtlichen Notar- und Grundbuchkosten sowie die Finanzierungskosten konkret erläutern.
  5. Förderungen nicht automatisch abziehen: Förderprogramme können Voraussetzungen, Fristen und eigene Antragswege haben. Planen Sie nur mit einer Förderung, wenn die persönlichen Voraussetzungen und der aktuelle Förderstatus geprüft sind.

Häufige Fragen zu Kaufnebenkosten in Frankfurt und Hessen

Wie hoch sind die Kaufnebenkosten in Hessen?

Als grobe Orientierung entfallen beim Kauf einer Wohnimmobilie in Hessen 6 Prozent Grunderwerbsteuer, zusätzlich meist rund 1,5 bis 2 Prozent für Notar und Grundbuch sowie – falls vereinbart – eine Käuferprovision. Die konkrete Summe hängt von Kaufvertrag, Objektart und Vereinbarungen ab.

Wie viel Grunderwerbsteuer zahle ich in Frankfurt?

In Hessen beträgt die Grunderwerbsteuer nach dem aktuellen Stand 6 Prozent des steuerpflichtigen Kaufpreises. Bei 650.000 Euro Kaufpreis wären das 39.000 Euro. Die Rechnung ist eine Orientierung und ersetzt keinen Steuerbescheid.

Wer bezahlt Notar und Grundbuch beim Immobilienkauf?

Üblicherweise trägt die Käuferseite die Kosten für die Beurkundung und die Eigentumsumschreibung. Einzelne Kostenpositionen können anders vereinbart sein. Maßgeblich sind der notarielle Kaufvertrag und die Gebühren nach dem Gerichts- und Notarkostengesetz.

Kommt beim Kauf in Frankfurt noch eine Maklerprovision dazu?

Das hängt vom konkreten Auftrag und der Vereinbarung ab. Bei einer Wohnimmobilie kann eine Käuferprovision anfallen; die Höhe und Aufteilung müssen transparent vereinbart werden. Bei Heitz Immobilien werden Leistungsumfang und Kosten vor Beginn der Vermarktung besprochen.

Wie viel Eigenkapital brauche ich für die Kaufnebenkosten?

Viele Käufer planen die Kaufnebenkosten möglichst aus Eigenmitteln zu tragen. Wie viel sinnvoll und finanzierbar ist, hängt von Einkommen, Darlehen, Zinsbindung, Rücklagen und Objekt ab. Lassen Sie die Finanzierung vor einer verbindlichen Kaufentscheidung individuell rechnen.

Quellen und weiterführende Informationen

Stand: 24. September 2026. Allgemeine Orientierung, keine individuelle Steuer-, Rechts- oder Finanzierungsberatung.